Business Rules - Die Wissensverarbeitung erreicht die Betriebswirtschaft, Einsatzmöglichkeiten und Marktübersicht(WDP)

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Business Rules - Die Wissensverarbeitung erreicht die Betriebswirtschaft, Einsatzmöglichkeiten und Marktübersicht(WDP)
Autor Uwe Lämmel, Stefan Wissuwa, Anatoli Beifert, Marcel Brätz, Stefan Brandenburg, Matthias Buse, Christian Höhn, Gert Mannheimer, Michael Rehfeld, Alexander Richter
Erscheinungsjahr 2007
Ausgabe 05
Reihe WDP
Verlag Hochschule Wismar, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Erscheinungsort Wismar
URL http://www.wi.hs-wismar.de/~wdp/2007/0705_Laemmelua.pdf

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Business Rules
  3. Einsatzmöglichkeiten
  4. Business-Rule-Systeme im Vergleich
    1. Kriterien
    2. Business-Rule-Systeme: Anbieter und Vergleich
  5. Business-Rule-Systeme
    1. Blaze Advisor
    2. ILOG
    3. JBoss
    4. Mandarax
    5. Oracle Business Rules
    6. QuickRules
    7. Versata Logic Suite
    8. Visual Rules
    9. Weitere nicht-kommerzielle, auf Java basierende Systeme
  6. Schlussfolgerungen

1. Vorwort

Das Thema „Business Rules“ rückt seit einer Reihe von Jahren zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses von IT-Anwendern, so dass es nahe liegt, sich diesem Ansatz verstärkt zuzuwenden. Mittels Business Rules kann betriebliche Anwendungssoftware und damit letztlich das Unternehmen schneller auf sich verändernde Bedingungen reagieren:

„Der Business-Rules-Ansatz schafft agile Unternehmen, die sich schnell und kostengünstig an die sich stets verändernde Umwelt anpassen können“ (Schacher/ Grässler 2006: 1).

Durch Business Rules wird es den Anwendern ermöglicht, das Wissen über Abläufe und Bedingungen im Unternehmen explizit darzustellen und dieses Wissen einer automatisierten Verarbeitung zugänglich zu machen. Die vorliegende Arbeit geht auf zwei Ideen zurück. Zum einen wenden sich IT-Unternehmen auch im regionalen Umfeld verstärkt dieser Thematik zu und versuchen, ihre IT-Systeme durch die Integration von Business-Rules- Komponenten flexibler zu gestalten. Zum anderen liegt es nahe, das Thema der Business Rules in einer Lehrveranstaltung „Wissensbasierte Systeme“ zu behandeln. Im Wintersemester 2006/2007 standen daher die Business Rules im Mittelpunkt der entsprechenden Lehrveranstaltung „Wissensbasierte Systeme“, die von Studenten des Master- sowie des Diplomstudiengangs Wirtschaftsinformatik besucht wurde.

Da den Studenten das Prinzip regelbasierter Wissensdarstellung und -verarbeitung aus dem Modul „Künstliche Intelligenz“ vertraut ist, wird ein Vergleich verschiedener Business-Rule-Systeme in den Mittelpunkt gestellt. Dazu wurden Anbieter von Business-Rule-Lösungen recherchiert und deren Produkte bewertet. Die Ergebnisse dieser kleinen Marktstudie werden in diesem Heft vorgelegt.

Um auch der eigentlichen Zielgruppe für den Einsatz von Business Rules - den Anwendern im Unternehmen - einen Einstieg in das Gebiet zu ermöglichen, werden das Konzept und die Einsatzmöglichkeiten von Business Rules in eigenen Kapiteln der Marktanalyse vorangestellt. Damit kann das vorliegende Heft zum Einstieg in die Thematik des Geschäftsregel-Ansatzes bzw. des Business-Rules-Ansatzes dienen. Darüber hinaus liefert es Informationen zu existierenden Systemen, so genannten Rules Engines, und kann Hilfestellung bei der Auswahl eines Systems geben.

Die Technologie der Geschäftsregeln ist eine Form des Einsatzes von Techniken der Künstlichen Intelligenz in betriebswirtschaftlichen Anwendungen. Einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von Techniken der Künstlichen Intelligenz in betriebswirtschaftlichen Anwendungen wird in Haas (2006) gegeben.

Leider hat sich bisher die deutsche Übersetzung „Geschäftsregel“ noch nicht durchsetzen können, so dass wir in diesem Heft immer wieder auf den englischen Begriff zurückgreifen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Business Rules

Für den Informatiker kann der Business-Rules-Ansatz leicht definiert werden: Es ist die regelbasierte Wissensdarstellung und -verarbeitung für betriebswirtschaftliche Prozesse. Die Wissensdarstellung in Form von Regeln ist eine in der Künstlichen Intelligenz seit langem bekannte und gut verstandene Methode. Eine Regel stellt das Wissen immer in einer Wenn-Dann-Form dar, die unterschiedlich interpretiert werden kann:

WENN Situation DANN Aktion

WENN Bedingung DANN Ergebnis

WENN Voraussetzung DANN Folgerung

Eine derartige Wissensdarstellung hat viele Vorteile. Regeln werden im Tagtäglichen häufig verwendet, sie sind intuitiv verständlich, entsprechen der menschlichen Denkweise und können als Handlungsanleitung oder auch zum Nachweis eines bestimmten Ergebnisses herangezogen werden. Im folgenden Abschnitt wird das Konzept der Business Rules vorgestellt, welches die regelbasierte Wissensverarbeitung in betriebswirtschaftliche Anwendungen einführt.

(gekürzt)