Das mittelalterliche Fresko DEOGRACIAS in der Heiligen-Geist-Kirche zu Wismar

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Das mittelalterliche Fresko DEOGRACIAS in der Heiligen-Geist-Kirche zu Wismar
Autor Herbert Müller, Eberhard Vilkner
In: MECKLENBURGIA SACRA, Jahrbuch für Mecklenburgische Kirchengeschichte
Ausgabe Band 11
ISBN/ISSN:
Erscheinungsjahr 2008
Jahrgang 2008
Seitenzahl 16
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In der Wismarer Heiligen-Geist-Kirche befindet sich ein besonders eindrucksvolles mittelalterliches Fresko, das so genannte „DEOGRACIAS-Fresko“ an der Südseite der Kirche (im vorderen Teil der Kirche an der rechten Seitenwand zur Straße – Höhe Altar –, in unmittelbarer Nähe zur Kanzel), das aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammt und unter vielen Kalkübermalungen liegend erst 1968 freigelegt wurde. In der deutschen Kulturgeschichte ist das Wismarer Fresko einmalig. Man erkennt, dass das ganze Fresko nur den Ausspruch „DEOGRACIAS“ (= „Gott sei Dank“) enthält, den man von dem mittigen „D“ aus in alle Richtungen gehend, meist getreppt, lesen kann - insgesamt 504 mal. Es muss danach gesucht werden, weshalb der Schöpfer des Freskos gerade dem verwendeten (lateinischen) Dankspruch mit den 10 Buchstaben den Vorzug gegeben hat. Den Ansatz zur Beantwortung dieser Frage wird man im Bereich der Zahlensymbolik suchen müssen. Im Jahre 2015 wurde bekannt, dass sich in Italien in Acuto in der Kirche der Heiligen Sebastian und Rochus ein ähnliches Fresko befindet.