Lebensqualität im ländlichen Raum (Vortrag)

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Lebensqualität im ländlichen Raum (Vortrag)
Autor Andrea Gaube
Tagung/Veranstaltung 18. Septembergespräch von Kultur-Landschaft e.V.
Ort Woserin
am 04. September 2010
Review
Titel Proceedings
Autor Proceedings
Verlag
Erscheinungsjahr 2010

Lebensqualität im ländlichen Raum

In Mecklenburg-Vorpommern lebt etwa zwei Drittel der Bevölkerung im ländlichen Raum, ein Drittel in den Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern. Daher ist die Entwicklung der Lebensqualität in den Kleinstädten und Dörfern ein entscheidendes Kriterium für die Qualität unseres Landes. Dadurch dass unser Bundesland ein sehr dünn besiedelter ländlicher Raum ist, ist die Versorgungsdichte sehr eingeschränkt. Viele Dörfer sind nur schwer mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen, Grundnahrungsmittel werden durch mobile Verkaufseinrichtungen nur zu bestimmten Zeiten angeboten, die medizinische Versorgung kann kaum noch gesichert werden. Da stellt sich die Frage, ob es denn lohnt, weiter solche rückläufigen Gebiete zu erhalten? Können wir uns das leisten? Welche Qualität hat das Leben auf dem Land noch? Wer jedoch genauer hinschaut wird bemerken, dass ein so allgemein verfasstes Abbild kaum Gültigkeit hat. Erst wenn neben den Problemen auch die Qualitäten erkannt werden, lässt sich verstehen, warum der ländliche Raum eine Perspektive hat. Dörfer bieten eine besondere Lebensweise, die immer noch oder gerade wieder für viele Menschen eine Alternative darstellt. Während sich die Alten kein anderes Leben vorstellen können und in ihrem Heimatdorf tief verwurzelt sind, gibt es junge Menschen, die als Familien in ein Dorf ziehen. Sie wollen sich vielleicht teilweise selber versorgen, einen Garten bestellen, Tiere halten und im Einklang mit der Natur leben. Immer häufiger zieht es inzwischen auch die 50+Generation in die Dörfer, die sich noch mal in ihrem Leben auf etwas Neues einstellen möchten, die der Hektik der Großstadt entfliehen oder einfach nur in ihre Heimat zurückkehren. Es gibt vielfältige Gründe in einem Dorf zu leben. Entscheidend ist, dass die Menschen sich entsprechend Ihren Ansprüchen verwirklichen können und die sozialen Kontakte finden, die sie dafür brauchen. Das ist häufig im Dorf und in der Kleinstadt gegeben. Die Dörfer haben sich gewandelt. Sie sind Heimat für verschiedenste soziale Gruppen. Es ist wichtig, kreative Lösungen für den Abbau der Defizite zu finden. Kommunikation und Erreichbarkeit steht dabei an vorderster Stelle. Sie sind Grundvoraussetzung für die Stärkung der lokalen Lebenskultur im ländlichen Raum.