Methoden der künstlichen Intelligenz in betriebswirtschaftlichen Anwendungen (Buch)

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Methoden der künstlichen Intelligenz in betriebswirtschaftlichen Anwendungen (Buch)
Autor Matthias Haas
Verlag CT Salzwasser
Erscheinungsort Bremen
Erscheinungsjahr 2007
Seitenzahl
ISBN
Hyperlink http://www.wi.hs-wismar.de/de/forschung_kooperationen/wismarer_schriften_zu_management_und_recht


Erschienen in der Reihe:

Diese Diplomarbeit wurde 2006 mit dem Gottlob-Frege-Preis der Hansestadt Wismar ausgezeichnet und anschließend in der Reihe Wismarer Schriften zu Management und Recht, Band 7, 2007 veröffentlicht.


Auszug aus der Einschätzung der Arbeit

Herr Matthias Haas hat an der Hochschule Wismar Wirtschaftsinformatik im Fernstudium studiert. Das Fach Künstliche Intelligenz hat sein besonderes Interesse geweckt, so dass der Wunsch entstand, in der Diplomarbeit ein entsprechendes Thema zu bearbeiten. Das Thema „Methoden der künstlichen Intelligenz in betriebswirtschaftlichen Anwendungen“ wurde bewusst sehr allgemein gehalten, um keine Ansätze von vornherein auszuschließen. Hintergrund der Aufgabenstellung waren zwei Aspekte: Zum einen erleben derzeit einige alte Techniken der Künstlichen Intelligenz unter neuen Namen einen erheblichen Aufschwung, zum anderen werden KI-Techniken sehr stark in Anwendungen integriert, werden „unsichtbar“ und erfahren dadurch in der Allgemeinheit kaum Aufmerksamkeit. Herr Matthias Haas hat sich der Aufgabe mit großem Engagement gestellt. Aufgrund seiner ausgiebigen Recherchen wurden von ihm die folgenden Konzepte in den Mittelpunkt gestellt:

  • Semantische Netze – aktuell unter den Namen Wissensnetze, Topic Maps oder Wissenslandkarten
  • Wissensrepräsentation mittels WENN-DANN-Regeln – aktuell unter dem Namen Business Rules
  • Fuzzy-Regeln
  • Business Intelligence

Folgerichtig beginnt Herr Haas seine Ausführungen, indem er die Ziele einer wissensbasierten Vorgehensweise darstellt und deren Komponenten erläutert. Im Anschluss werden die genannten Konzepte ausführlich dargestellt. Hierbei werden aufbauend auf den theoretischen Grundlagen die modernen Schlagworte vorgestellt und konkrete Anwendungen bis hin zu konkreten Software-Produkten diskutiert. Kapitel 3 behandelt die semantischen Netze und stellt aktuelle Anwendungen vom semantischen Web bis hin zu den Wissenslandkarten vor. Ergänzend wird auch auf zur Verfügung stehende Werkzeuge hingewiesen. In analoger Weise wird im Kapitel 4 die regelbasierte Vorgehensweise diskutiert, die unter dem Namen Business Rules derzeit hochaktuell ist und Eingang in viele betriebswirtschaftliche Anwendungen findet. Auch hier beginnt der Autor bei der Theorie, stellt danach aktuelle Anwendungen sowie verfügbare Werkzeuge vor. Im Anschluss widmet sich Herr Haas einer Form der Wissensrepräsentation, die traditionell in technischen Regelsystemen eingesetzt wird, der Fuzzy-Logik. Auch hier werden betriebswirtschaftliche Anwendungen aufgezeigt. Der Begriff der Business Intelligence lässt eine Verbindung mit der künstlichen Intelligenz vermuten. Hinter diesem Begriff verbirgt sich keine spezielle Technik, sondern die Verknüpfung aller zur Verfügung stehenden Informations- und Wissensquellen eines Unternehmens, die Aufbereitung, Verdichtung dieser Informationen, die Ableitung neuer Informationen bzw. neuen Wissens mit dem Ziel, Hilfestellung für die strategischen Entscheidungen im Unternehmen zu geben. Herr Haas gibt eine sehr gute Einführung in diesen Ansatz. Die Arbeit von Herrn Haas ist eine typische Arbeit der Wirtschaftsinformatik. Sie stellt Techniken der Informatik vor und zeigt auf, wie diese in betriebswirtschaftlich Anwendungen eingesetzt werden können. Diese exzellente Arbeit kann Entscheidungsträgern in den Unternehmen in die Hand gegeben werden, um aufzuzeigen, welche Potenziale in diesen innovativen informationsverarbeitenden, de facto wissensverarbeitenden, Techniken stecken: Seien es die Wissensnetze, die notwendiges Wissen, zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort zur Verfügung stellen, um das Problem zu lösen: „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß“, oder die Business Rules, mit denen Anwendungen erheblich schneller an sich ändernde wirtschaftliche Umfelder anpassen lassen. Der hervorragende Wert dieser Arbeit steckt in der Aufbereitung und Darstellung der Methoden, so dass diese von den Anwendern, den Betroffenen, aufgenommen werden können. Die Arbeit kann allen Unternehmen, insbesondere auch des lokalen Umfeldes, als Lektüre und Arbeitsgrundlage empfohlen werden. Wir von der Hochschule Wismar leisten gerne Hilfestellung bei der Einführung entsprechender Lösungen. Die Verbindung zu Gottlob Frege ergibt sich aus der Aufgabenstellung. Wissensdarstellung, insbesondere die regelbasierte Wissensdarstellung, basiert auf der mathematischen Logik. Frege hat in seiner Begriffsschrift, die Aussage „Wenn A Dann B“ in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen gestellt. In der zur Auszeichnung vorgeschlagenen Arbeit kann nun der praktische Nutzen einer derartigen Wissensdarstellung unter dem Begriff der Business Rules nachgelesen werden.

Ein Fernstudium an sich sowie insbesondere auch die Anfertigung einer Diplomarbeit im Fernstudium stellt eine herausragende Leistung in puncto Selbstdisziplin und Arbeitsorganisation dar. Vor diesem Hintergrund ist die von Herrn Haas erbrachte Leistung noch höher einzuschätzen.

Wismar, den 28. August 2006