Potentiale der Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern

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Potentiale der Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern
Herausgeber Udo Onnen-Weber, Caterina Cassube, Martin French
Verlag Eigenverlag
Erscheinungsort Schwerin
Erscheinungsjahr 2010
Seitenzahl 56
ISBN
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Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus hat Mitte August 2010 das Kom-petenzzentrum Mobilität und Logistik an der Hochschule Wismar beauftragt, die Erstel-lung eines Berichts zu den Potentialen von Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern zu organisieren. Inhaltlich gefüllt worden ist dieser Bericht von einer Ar-beitsgruppe aus Fachleuten unterschiedlicher Kompetenzbereiche, die sich alle auf professionellem Wege mit Elektromobilitätsfragen beschäftigen.

Herausgekommen sind Positionen, die sicherlich nicht dem Mainstream der Elektromo-bilitätsideen in Deutschland folgen. Sie entsprechen aber der Kultur im Land, sind pragmatisch und vor allem haben sie die Chance, in den für Mecklenburg-Vorpommern wesentlichen Wirtschaftsbereichen Impulse zu setzen und Weiterentwicklungen zu schaffen ohne Illusionen zu nähren für Impulse, deren Realisierungschancen eher unsicher sind.

Die Verfasser haben mit diesem Bericht aus der Beschreibung der Lage im Land und der Akteure um das Thema Elektromobilität sowie aus einer Abwägung von Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken Handlungsempfehlungen für die Politik und Landesverwaltung abgeleitet.

Mecklenburg-Vorpommern wird dann an der Entwicklung zur Elektromobilität und deren Förderung partizipieren, wenn es eigene Stärken aufzeigen kann. Diese galt es herauszuarbeiten und aufzuzeigen. Den Verfassern besonders wichtig bei den Handlungsempfehlungen ist daher, einen Themenschwerpunkt zu besetzen und diesen derart auszustatten, dass das Thema fokussiert, kommuniziert und zu einer Kraft im Lande gebündelt wird, die auch dem Bund gegenüber darstellbar ist.

Wenn dies erfolgreich sein soll, muss es schnell geschehen. Die 16 Bundesländer haben am 21. September 2010 im Rahmen einer Veranstaltung der Gemeinsamen Geschäfts-stelle Elektromobilität (GGEMO) ihre Landeskonzepte, -potentiale und -aktivitäten prä-sentiert. Dabei wurde deutlich, dass drei Bundesländer (neben Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg und Schleswig Holstein) Überlegungen zu Elektromobilität in peripheren ländlichen Regionen anstellen. Die Präsentation von Mecklenburg-Vorpommern hat das Problem und mögliche Lösungsansätze am Weitestgehenden dar-gestellt. Die GGEMO deutete Überlegungen an, den Nationalen Entwicklungsplan Elekt-romobilität um dieses Thema zu erweitern.

Unser Land sollte der Bundesregierung gegenüber offensiv auftreten, seine Stärken im Thema Elektromobilität aufzeigen und die Handlungsempfehlungen in ein Arbeitskon-zept, mit dem man dem Bund gegenüber argumentieren kann, umsetzen.

Dabei werden folgende Handlungsempfehlungen vorgeschlagen:

1. Die Verfasser empfehlen, im Land die Anstrengungen zur Elektromobilität unter einem gemeinsamen Ziel zu bündeln und einen roten Faden einer technologi-schen Zielstellung und Dienstleistungsoptimierung zu generieren. Dieser rote Faden ist der Benefit von Elektromobilität für den Fremdenverkehr.

2. Es müssen geeignete Rahmenbedingungen weiterentwickelt und pointiert wer-den, mit denen die produzierenden und die anwendenden Akteure im Bereich Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern sich gemeinsam aufstellen und synergetisch an den Elektromobilitätszielen im Lande betätigen können.

3. Das Thema Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern ist sehr weit zu fas-sen. Der Speicherung von elektrischer Energie muss als ein Landesschwerpunktthema herausgestellt werden. Außerdem soll der Landesschwerpunkt Brennstoffzellen/Wasserstoffenergie intensiviert und als Teil des Themas Elektromobilität verstanden werden.

4. Ein Elektromobilitätskonzept für Mecklenburg-Vorpommern kann nur einem Nutzen für den Tourismus entstammen. Die Verfasser empfehlen, unterstützend dabei wirksam zu werden, dass Tourismus bewusster in den Fokus von For-schung und Entwicklung kommt und dabei Innovationskraft für Elektromobile Dienstleistungsideen schafft. Das heißt, nicht nur die technologische Entwicklung sondern vor allem auch die Entwicklung im Dienstleistungssektor wird gefördert.

5. Mecklenburg-Vorpommern konzentriert sich auf Konzepte, die jetzt und mit vor-handener Technologie zum Nutzen des Fremdenverkehrs im Lande umzusetzen sind. Dabei soll das Elektrofahrrad in den Mittelpunkt gestellt werden, allerdings in enger Verknüpfung mit weiteren Mobilitätslösungen und Verkehrskonzepten.

6. Die Aus- und Weiterbildung im Bereich Elektromobilität muss auf die steigende Bedeutung von Elektromobilen abgestimmt werden. Die Verfasser empfehlen, bereits kurzfristig die Aktivitäten im Forschungs- und im Bildungsbereich des Landes zu verstärken und in der Elektromobilitätsinitiative verstärkt zu fördern.

7. Die Verfasser regen an, die im Bericht aufgezeigten Projektvorschläge zu Elekt-romobilität innerhalb ausgewählter Modellregionen zu initiieren und zu fördern.

8. Für eine begleitende Sensibilisierung der Öffentlichkeit im Hinblick auf das The-ma Elektromobilität empfehlen die Verfasser die Etablierung einer Informa-tionsund Kommunikationsplattform