Schweriner Verkehrsmittelvergleich

Aus Kompetenzportal
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schweriner Verkehrsmittelvergleich
Projektleitung Udo Onnen-Weber , Prof. Dipl.-Ing.
Kürzel
Projektbeginn 01. Oktober 2011
Projektabschluss 30. April 2012
Projektpartner EcoLibro GmbH Siegburg, TÜV Nord Hamburg
Projektbeteiligte Udo Onnen-Weber , Prof. Dipl.-Ing., Michael Schramek ,, Heiko Butz ,
Projektmittel 57357,00 €
Mittelgeber BMVBS
Fakultät(en) Fakultät Gestaltung
Forschungsschwerpunkte(e) Bauen und Planen
Hyperlink http://klm.hs-wismar.de

Inhalt

Durchführung eines Verkehrsmittelvergleichs von Fahrrad, Pedelec, ÖPNV/zu Fuß, ÖPNV/Fahrrad, Pkw fossil, Pkw elektrisch, Motorroller fossil und Motorroller elektrisch welches hinsichtlich der Faktoren Zeit, Umweltbelastung / Energieverbrauch und Gesundheit der Fahrzeugführer, die größten Vorteile hat und in einer gewichteten Schnittmenge dieser Aspekte die beste Wahl darstellt. Der Versuch soll parallel für alle Fahrzeuge an einem gemeinsamen Standort einer Pendler-Vorortsiedlung unter Realbedingungen starten. Unter kontrollierter Einhaltung der StVO fährt jedes Fahrzeug auf dem selbst gewählten, kürzesten Weg (7-9 km) zum Zielort. Jedes Fahrzeug wird während des Versuchs begleitet und gefilmt. Die zu messenden Werte Zeit, reale Wegelänge, Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Gesundheitswerte (Kalorienverbrauch und Herzfrequenz) werden bei allen Fahrzeugen so weit wie möglich gleichermaßen erhoben. Wie kommt man am schnell, kostengünstig und umweltfreundlich vom Stadtrand ins Zentrum?

Im April dieses Jahres wurde von der Hochschule Wismar in Schwerin eine zehntägige Studie durchgeführt, um herauszufinden, welches Verkehrsmittel für den Nahbereichs-Pendler am geeignetsten ist.

Hierzu wurden acht verschiedene Verkehrsmittel von Probanden als Pendler im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr für die ca. 8km lange Fahrt vom Wohn- zum Arbeitsort genutzt. Untersucht wurden Pkw und Roller, jeweils in konventioneller und elektrischer Ausführung, ein Fahrrad, ein Pedelec (Fahrrad mit Elektroantrieb) und zwei ÖPNV-Kombinationen (Laufen von/zur Haltestelle sowie Fahren mit dem Faltrad von/zur Haltestelle).

Mithilfe von technischer Ausrüstung wie GPS-Loggern (zeichnen mittels GPS die Wegstrecke auf), Kameras und SmartBändern (sammeln mittels Sensoren physiologische Informationen) wurden Daten bezüglich Streckenlänge, Fahrtzeit, Geschwindigkeit, Kosten, Bewegung, Stressbelastung, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß in die Analyse und Bewertung gesammelt.

Die Studie ergab, dass für alle Pendlertypen das Fahrrad oder das Pedelec am geeignetsten ist.

Die Auswertung erfolgte in den Perspektiven von drei verschiedenen Pendlertypen: die Umwelt- und Gesundheitsbewussten, die Zeit- und Komfortbewussten sowie die Kostenorientierten.

Wird der Fokus auf die Umwelt und die eigene Gesundheit sowie die Kosten gelegt, ist das Fahrrad zu bevorzugen. Stehen die Zeit und der Komfort im Vordergrund, so empfiehlt sich das Pendeln mit dem Pedelec. Bei der Befürwortung sind jedoch auch Faktoren zu beachten, die über die gemessenen Daten hinausgehen, wozu im Wesentlichen das Bedürfnis nach Witterungsschutz, eine höhere Transportkapazität und die Privatsphäre zählen. Wem diese Faktoren wichtig sind, der erreicht durch einen bewussten Wechsel auf den ÖPNV oder den Pkw an Schlechtwettertagen die höchstmögliche Effizienz.

Der Roller kann in elektrischer Ausführung besonders in den Bereichen Kosten, Komfort und Umwelt/ Gesundheit gegenüber seinem fossilen Gegenstück punkten. Der ÖPNV stellte insgesamt ein gutes Mittelmaß dar. Beispielsweise befinden sich die Kosten und die Stressbelastung hier im mittleren Bereich, wohingegen die Fahrtzeit im ÖPNV am längsten ist.

Der PKW verzeichnet als teuerstes Verkehrsmittel auch den höchsten Energieverbrauch und CO2-Ausstoß. Vorteile sind hier unbestritten der Schutz bei schlechtem Wetter und die Möglichkeit mehrere Personen und Lasten unkompliziert befördern zu können. Dies ist bundesweit die erste wissenschaftliche Untersuchung, die Pkw, Roller und Fahrrad auch in elektrischer Ausführung in einen Verkehrsmittelvergleich einbezieht.

Platzierungen der einzelnen Verkehrsmittel Platzierungen gesamt (ungewichtet): 1. Fahrrad, 2. Pedelec, 3. Roller elektrisch, 4. ÖPNV + Faltrad, 5. ÖPNV + Laufen, 6. Pkw fossil, 7. Pkw elektrisch, 8. Roller fossil

Nach Gewichtung Umwelt & Gesundheit: 1. Fahrrad, 2. Pedelec, 3. ÖPNV + Faltrad, 4. ÖPNV + Laufen, 5.Roller elektrisch, 6. Pkw fossil, 7. Pkw elektrisch, 8. Roller fossil

Nach Gewichtung Zeit & Komfort: 1. Pedelec, 2. Fahrrad, 3. Roller elektrisch, 4. Pkw fossil, 5. ÖPNV + Faltrad, 6. Roller fossil, 7. Pkw elektrisch, 8. ÖPNV + Laufen

Nach Gewichtung Kosten: 1. Fahrrad, 2. Pedelec, 3. ÖPNV + Faltrad, 4. Roller elektrisch, 5. ÖPNV + Laufen, 6. Pkw fossil, 7. Roller fossil, 8. Pkw elektrisch